Vor dem Web reiste MARK/SPACE mit der Post. Mitwirkende schickten gedruckte Seiten und Objekte; die Leser begegneten den Experimenten, Fragen und Zukunftsvorstellungen anderer Menschen.
Die Anfänge · circa 1972–73
Charly Jungbauer erinnert sich, MARK/SPACE um 1972–73 mitbegründet zu haben. Sein Freund H. W. Targowski war der ursprüngliche Initiator; Rufus Camphausen kam bald darauf hinzu. Dieser Zeitraum beruht auf einer Erinnerung, nicht auf einem durch diese Scans belegten exakten Gründungsdatum.
Nach Jungbauers Erinnerung stammt der Name aus einer frühen Beschreibung digitaler Technik: mark/space, 0/1. Kommunikation war von Anfang an im Namen angelegt. Der erhaltene Umschlag von Ausgabe 2 trägt das Datum Winter 1974/75, die Doppelausgabe 3+4 das Datum Frühling/Sommer 1975.
Eine Publikation ihrer Mitwirkenden
Das erste Editorial schlägt einen offenen Austausch zwischen Menschen vor, die soziale, wissenschaftliche und metaphysische Experimente verfolgen. Es fragt nach den Möglichkeiten, die entstehen, wenn verschiedene Erfahrungsfelder zusammenkommen, und beschreibt eine Publikation mit wechselnden Redaktionen.
Die Einladung für Ausgabe 2 macht die Beteiligung konkret: Gewünscht waren 200 bereits gedruckte Exemplare jedes Beitrags, passend für einen Umschlag. Fotografien, Dias, Schallplatten, Comics und andere hinreichend flache Objekte waren willkommen. Beiträge konnten jede Sprache, eine erfundene Sprache oder gar keine Sprache verwenden.
Der Umschlag war Publikation und Austauschmedium zugleich. Seine Falten, handschriftlichen Namen und individuellen Nummerierungen bleiben Teil des Dokuments.
Die Fragen im Inneren
Die Editorials bringen Kunst, Bewusstsein, Kommunikation mit anderen Arten und alternative Technik ins Gespräch. Die Einladung für Ausgabe 2 fragt nach Beiträgen zu Sonnenenergie und Windkraft ebenso wie zu Kosmologien und experimentellen Ideen.
Die Texte verbinden wissenschaftliche Neugier auch mit Spekulationen über außerirdischen Kontakt und paranormale Phänomene. Sie dokumentieren historische Interessen und Überzeugungen; ihre Bewahrung bestätigt diese Behauptungen nicht als Tatsachen.
Aus heutiger Sicht lässt die Beschäftigung mit Kommunikation, anderen Intelligenzen und planetarer Verantwortung eine Verbindung zu ANACHRONs fortlaufender Arbeit erkennen. Diese Verbindung ist unsere heutige Interpretation, getrennt von der ursprünglichen redaktionellen Stimme.
Vom Papier zur Anachron City
Die spätere MARK/SPACE-Website ordnet ihre Inhalte als Anachron City: Bibliothek, Museum, Galerien und weitere Gebäude öffnen Wege in eine gemeinsame Informationswelt. Die Startseite nennt thematische Web-Ausgaben ab Juli 1995 und zeigt als letztes Aktualisierungsdatum den 11. Februar 2002.
Die ursprüngliche Website ist über den Button oben erreichbar. Sie steht für ein späteres Kapitel von MARK/SPACE nach dem hier gezeigten Austausch auf Papier. Ihre historischen Seiten und Links behalten ihren eigenen Zusammenhang.
Was hier erhalten ist
Diese Auswahl umfasst acht Fotografien: Umschläge, Rückseiten, zwei Seiten des ersten Editorials und eine Einladung für Ausgabe 2. Vollständige Exemplare der frühen Ausgaben liegen hier nicht vor. Das erste Editorial erwähnt einen Zeitungsartikel vom 31. Mai 1974; ein genaues Erscheinungsdatum von Ausgabe 1 lässt sich aus den vorhandenen Fotografien jedoch nicht bestimmen.
Die Fotografien stammen aus Charly Jungbauers Sammlung. Die Gründungsangaben beruhen auf seinen am 14. September 2026 mitgeteilten Erinnerungen; Ausgabedaten und Beschreibungen der Objekte auf dem fotografierten Material. Weitere Seiten und Erinnerungen können diese Darstellung ergänzen.
